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Gastbeitrag: Barrierefreie Kunstvermittlung für Blinde und Menschen mit Sehschwäche Friederike Zapf, Albertina Kunstvermittlung

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In Kooperation mit der Hilfsgemeinschaft für Blinde und Sehschwache in Österreich bietet die ALBERTINA seit März 2021 einmal im Monat Führungen an, in denen das Sehvermögen keine Rolle mehr spielt. Dabei laden Kunstvermittler:innen zum Kunstgespräch über Zoom ein und bringen den Teilnehmer:innen die Meisterwerke der ALBERTINA mit Hilfe von Sprache näher. Denn Bilder entstehen eben auch im Kopf.

Wer die Möglichkeit hat, vor einem Original zu stehen, begegnet nicht einfach nur einem Bild, sondern wird von seiner Aura eingenommen, wie es Walter Benjamin formulierte. Wir tauchen ein in eine Landschaft, treffen Persönlichkeiten, reisen in eine andere Zeit oder lassen uns von Farben überwältigen. Diese Energie gilt es auch in den barrierefreien Führungen zu vermitteln und bedarf daher einer anderen Vorbereitung als zu einer “traditionellen” Führung.

Das besprochene Werk bzw. die Werke sind vom räumlichen und chronologischen Ausstellungskonzept losgelöst und bieten somit die Chance, sich in eine Welt einzulassen, in der die Aktivierung aller Sinne im Mittelpunkt steht. Was war das für eine Zeit? Wie hat der Künstler oder die Künstlerin gelebt? Welche Stimmung überträgt das Werk? Da darf auch die eine oder andere Frage mal offen bleiben. Wichtig ist, dass ganz bewusst zum Gespräch eingeladen wird und den Teilnehmer:innen immer wieder Zeit gegeben wird, ihre Fragen zu stellen und sich auszutauschen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich kraft der Vorstellung ihr eigenes Bild vom Bild zu machen.

Tabuthemen oder -worte gibt es dabei keine. Ganz im Gegenteil, die Devise lautet, gelassen zu bleiben. Wie erklärt man Farben, Formate, abstrakte oder gegenständliche Darstellungsweisen so, dass diese ohne visuellen Zwischenschritt zur Erkenntnis und zur inneren Wahrnehmung, zur individuellen Vorstellung führen, die sich den anderen Vorstellungen von diesem Werk möglichst so ähneln, dass ein gemeinsamer Diskurs möglich wird? 

Sind bei Führungen für Sehschwache und Blinde, die vor Ort in der Ausstellung stattfinden, Objekte zum Angreifen und Betasten das viel gepriesene und erprobte Vermittlungstool – so sind es in den Zoom Führungen die Stimme und die Sprache. Den Kunstvermittler:innen eröffnet sich die Möglichkeit, Stimme und Sprache kreativ in all ihren Möglichkeiten auszuloten. Dieser Reflexionsprozess über das Potential von Stimme und Sprache machen Führungsformate für Blinde und Sehschwache so kostbar und wertvoll. Denn aus den Erfahrungen profitiert nicht nur diese eine Zielgruppe, sondern alle anderen, insbesondere auch: die Vermittler:innen. 

In der Albertina zählen die Führungen für Sehschwache und Blinde zu den beliebtesten Formaten, sowohl seitens der Kund:innen, als auch seitens der Vermittler:innen. Das Bemerkenswerte daran ist, dass das Format nicht ausschließlich Blinde oder Sehschwache anspricht – auch sehende Kund:nnen gehören bereits zu den Stammkund:innen der monatlich stattfindenden Termine. Denn auch sie schätzen den alternativen Zugang zur Kunst. Dieses Format richtet sich also an beide Zielgruppen, die bei physischen Präsenzführungen meistens nur von einer einzigen genützt werden.

Vermittler:innen haben in dem Format der Albertina freie Wahl, wie sie das Potential von Stimme und Sprache nützen: Das kann eine Zeitreise in die Renaissance sein, Claude Monet in seinem Garten in Giverny zu besuchen oder aber in die Rolle einer Frau mit kreativen Ambitionen am Bauhaus zu schlüpfen. Vielfalt gibt es nicht nur in der Kunst, sondern auch in ihrem Publikum und genau das, macht sie so einzigartig.

Nächster Termin: Dienstag, 29. Juni | 17.30 Uhr (MEZ, UTC/GMT +1)

Pablo Picasso! Malerei aus Leidenschaft, Friederike Zapf

Anmeldung zum Zoom Talk bis 25.6. per Email an f.lassy-beelitz@albertina.at

Betreff: Picasso

Allgemein Kulturvermittlung im digitalen Raum

Kulturvermittlung im digitalen Raum. Chancen und Herausforderungen für Kultur und User im Zeitalter digitaler Transformation.

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Was versteht man unter Kulturvermittlung im digitalen Raum? Welche digitalen Räume werden mit welchen Formaten und Methoden bespielt? Welche Rolle spielen Partizipation, Interaktion und kulturelle Teilhabe im digitalen Raum? Wie können dabei, die von Carmen Mörsch definierten Diskurse, auch in die Konzeption von Vermittlungsprogrammen im digitalen Raum einfließen? Was kann der digitale Raum dazu beitragen, Menschen Möglichkeiten zu geben, gesellschaftlich relevante Themen, wie beispielsweise Klimawandel und nachhaltige Entwicklung, zu diskutieren, darüber zu kommunizieren und sich daran zu beteiligen? Und welche Rolle kann Kulturvermittlung im digitalen Raum dabei spielen

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Gastbeitrag Kunstvermittlung

Kunstvermittlung zwischen Lernen und Verlernen GASTBEITRAG von Magdalena Mühlböck, MA BA

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Welche Rolle spielt die Kunstvermittlung im Umgang mit dem kolonialen Erbe? In welchem Verhältnis stehen die Sammlungen aus den einstigen Kolonien zu aktuellen Vermittlungsformaten? Wie lässt sich das museale Sammeln und Kategorisieren mit partizipativen Impulsen vereinen? Ausgehend von diesen Fragen bespreche ich das Potential der postkolonialen Theorien für eine zeitgenössische und kritische Kunst- und Kulturvermittlung, die durch dekonstruktive und transformative Ansätze Möglichkeiten zur nachhaltigen Veränderung bietet.

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Allgemein Kulturvermittlung im digitalen Raum

Beeing a Gamechanger

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Be the Change – The Need for Radical Collaboration. Was soll geändert werden? Wo braucht es unser Umdenken? Warum gibt es einen so dringenden Bedarf radikaler Zusammenarbeit?

Wenn wir uns als Menschen mit Verantwortung für uns selbst, unseren Mitmenschen, unserer Umgebung und unserer Welt als solches verstehen, dann sind wir gemeinsam aufgefordert ins Handeln zu kommen. Das Forschungsprojekt CE Responsible der FH Salzburg hat dazu die Themenbereiche Social Entrepreneurship und nachhaltiges Business in den Fokus gestellt. Sozialverantwortliches und nachhaltiges Wirtschaften bringen Fragen in die Runde und werfen Herausforderungen auf, die wir nur gemeinsam beantworten und lösen werden können. Natürlich ist auch der Wirtschaftszweig Kunst und Kultur hier eingeschrieben.

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Allgemein Kulturvermittlung im digitalen Raum Kunst sehen Online Kulturgespräch

So geht Kulturvermittlung im digitalen Raum! ComMuWity-Event zu August Macke

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Wie man eine Ausstellung, die derzeit analog nicht zu besuchen ist, im digitalen Raum „besuchbar“ macht und dazu ein sehr inspirierendes Community Event daraus macht? 

Falls sich andere Kulturinstitutionen, Kunstinteressierte und Kolleg*innen diese Frage stellen, dann habe ich folgendes „best practise“ Beispiel für euch! Ich wurde am 4. Februar 2021 als Teil der ComMuWity ins Museum Wiesbaden eingeladen und durfte einen sehr besonderen Abend gemeinsam mit Mitarbeiter*innen des Museums und anderen kunstinteressierten Menschen verbringen. 

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Allgemein Digitale Kunstvermittlung Kulturvermittlung im digitalen Raum Kunstvermittlung

Was siehst du?

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Was ist Kulturvermittlung? Wer macht sie und für wen? Forum Kultur Vermittlung und ICOM CECA Austria laden Vermittler*innen, Kurator*innen und Kunst- & Kulturmacher*innen zu fünf guten Fragen in unsere „Sicht Bar“ ein.

Ich habe nachgedacht und mitgemacht: Herzlichen Dank für die Möglichkeit:  

  • Welche drei Wörter beschreiben für Dich/Sie Kulturvermittlung heute?
  • Was ist 2020 – aufgrund der COVID-19 Pandemie – neu?  
  • Welches ist das absurdeste Vermittlungs-Klischee, über das Du/Sie gestolpert bist/sind? 
  • Warum brauchen wir die Kulturvermittlung?  
  • Was möchtest Du/wollen Sie gerne zur Kunst- & Kulturvermittlung noch sichtbar machen?
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Digitale Kunstvermittlung Durchblick Digital Kulturvermittlung im digitalen Raum social media

Digitales kuratieren

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Ein neues Berufsfeld mitentwickeln zu können, ist eine verantwortungsvolle und vor allem spannende Aufgabe. Gemeinsam mit Kolleg*innen aus unterschiedlichen Bereichen, wollen wir mit unseren Workshopangeboten im Rahmen der Pausanio Akademie und dem zertifizierten Weiterbildungsformat zum „Digital Curator“ einen Beitrag zur digitalen Transformation in Kunst, Kultur und Wissenschaft leisten.

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Allgemein Digitalartwalk Digitale Kunstvermittlung Kulturvermittlung im digitalen Raum Online Kulturgespräch social media

Mit einer Gruppe online in Richtung Süden unterwegs…

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Letzte Woche habe ich im Rahmen des Formates „Stadtspaziergänge – Salzburg erkunden“ der Internationalen Sommerakademie für bildende Kunst, den Online Rundgang: „SÜD: Richtung Süden – Handlungen in Bewegung bringen“ begleitet. Nachdem digitale Formate vom Publikum genauso wie von Vermittler*innen erst „eingeübt“ werden müssen, könnte das Teilen von Erfahrungen, die derzeitige Entwicklungsphase unterstützen. Daher teile ich sehr gerne mit euch, meine 6 Learnings zu diesem „Digitalen Experiment“. 

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Digitale Kunstvermittlung Kulturvermittlung im digitalen Raum social media

Das Berufsfeld Kulturvermittlung in transitiver Ausweitung.

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Die transitive Ausweitung, im Kontext digitaler Raum, bedeutet den digitalen Raum durch Benutzung zu dehnen, dauerhaft weiter zu machen und somit neuen Platz und Raum für Diskurs, Information, Interaktion und Partizipation zu schaffen. Diese neuen Herausforderungen benötigen neue Ansätze, Formate und Methoden. Sie ermöglichen und schaffen neue Berufsfelder für die es Bildung und Ausbildung benötigt.

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Kulturvermittlung im digitalen Raum

Kultur in Vermittlung. Kunst und Kultur im Spannungsfeld von Corona Learnings und Zukunftsideen.

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Kunst und Kultur hat spannendes und wirksames zu präsentieren, zu visualisieren und zu kontextualisieren. Kunst und Kultur nimmt für viele Menschen einen sehr großen Stellenwert ein. Kunst und Kultur war, ist und wird sein. Daran wird sich sicherlich nie etwas ändern. Woran sich allerdings jedenfalls etwas verändern wird, ist die Resonanz von Menschen auf Kunst und Kultur. Tradierte Rollenverständnisse wollen aufgebrochen und neu definiert werden. Die Corona-Pandemie hat erneut dazu beigetragen, Kunst und Kultur nicht stehenbleiben und zurückblicken zu lassen. Corona als Rückenwind, um Kunst und Kultur (nach vorwärts) in Richtung Veränderung, Entwicklung und Zukunft zu denken. Dieser Blogbeitrag beschäftigt sich mit der Frage: „Welche Rolle spielen Menschen innerhalb, außerhalb und zwischen Kunst und Kulturräumen in diesem Veränderungsprozess?“

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