Warum machen wir die Dinge eigentlich so, wie wir sie machen?
Nachhaltige Transformation beginnt oft nicht mit großen Maßnahmen, sondern mit einer neuen Perspektive auf das, was uns umgibt und auf die Art und Weise, wie wir Dinge umsetzen.
Routinen, Entscheidungen und bestehende Strukturen zu hinterfragen, wurde mir irgendwie in die Wiege gelegt. Nicht immer brachte mir diese Haltung Rückenwind und natürlich entstanden daraus auch Herausforderungen. Gleichzeitig bin ich immer wieder Menschen begegnet, die ähnlich gedacht haben wie ich. Gemeinsam konnten wir dadurch Perspektiven erweitern und neue Formen des Denkens und Handelns initiieren. Mit dieser Art zu denken entstand für mich die Grundlage für die Zusammenarbeit an unterschiedlichen Innovations- und Start-up Projekten wie etwa Calaios der Plattform für Live-Online-Veranstaltungen zu Kunst, Kultur, Natur und Wissenschaft oder gemeinsam mit der Pausanio Akademie in Köln, wo wir den „Digital Curator“ entwickelt haben.
Neue Wege entstehen selten aus Gewohnheit
Im Laufe meiner beruflichen Laufbahn und durch die Beschäftigung mit alternativen Zugängen in Bildung, Kultur und Gesellschaft, bin ich auf viele Modelle und Denkweisen gestoßen, die mein Denken geprägt und gleichzeitig für neue Zugänge geöffnet haben.
Dazu zählen etwa die Montessori-Pädagogik, demokratische Schulen wie Summerhill, die Freinet-Pädagogik, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Peer Learning oder kollaborative Lernformen. Aber auch im Kulturbereich begegnen mir immer wieder Ansätze, die bestehende Systeme hinterfragen. etwa Fair Pay, Kulturvermittlung als eigenständiges Berufsfeld, neue Formen der Teilhabe, kollaborative Produktionsformen oder Zwischennutzungen und die gemeinschaftliche Nutzung von Räumen und Ressourcen. All diese Ansätze verbindet etwas Wesentliches: Sie übernehmen Bestehendes nicht einfach, sondern denken es weiter.
Transformationsebene: sozial · ökologisch · ökonomisch
Rethink bedeutet, Routinen, Systeme und Entscheidungen bewusst zu hinterfragen. Viele Abläufe und Strukturen, die unseren Alltag prägen, wurden für andere Zeiten, andere Anforderungen und andere Prioritäten entwickelt.
Nachhaltige Transformation beginnt deshalb oft dort,
wo bestehende Muster nicht mehr automatisch weitergeführt werden.
SDG-Bezug
Diese Challenge steht in Verbindung mit:
• SDG 4 Quality Education
• SDG 12 Responsible Consumption and Production
• optional auch mit SDG 9 Industry, Innovation and Infrastructure
Was bedeutet Rethink?
Rethink beginnt oft mit einfachen Fragen:
Muss das eigentlich so bleiben?
Gibt es andere Möglichkeiten?
Was passiert, wenn wir Gewohntes hinterfragen?
Es geht also nicht darum, alles sofort zu verändern, sondern offen zu bleiben für neue Perspektiven, neue Modelle und andere Lösungen als jene, die es bisher gab.
Rethink in Kultur, Bildung und Tourismus
Kultur
Kulturinstitutionen bewegen sich heute in einem Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Verantwortung, Ressourcenverbrauch und neuen Formen der Teilhabe.
Dabei entstehen Fragen wie:
Wie können Veranstaltungen ressourcenschonender gestaltet werden?
Welche Formen von Beteiligung entstehen?
Wie verändern sich Produktions- und Arbeitsweisen?
Welche Rolle spielt Kultur in gesellschaftlichen Transformationsprozessen?
Kultur ist dabei nicht nur als Angebot zu verstehen, sondern auch als gemeinsamer Raum für Austausch, Beteiligung und Zukunftsgestaltung.
Bildung
Im Bildungsbereich geht es längst nicht mehr nur um Wissensvermittlung, sondern auch um Zukunftskompetenzen.
Wie lernen wir Transformation?
Wie fördern wir kritisches Denken?
Welche Räume braucht Lernen in Zukunft?
Und wie verändern sich Rollenbilder zwischen Lehrenden und Lernenden?
Peer Learning, kollaborative Prozesse und Lernen auf Augenhöhe gewinnen zunehmend an Bedeutung. Denn Bildung braucht in Zukunft weniger reine Wissensweitergabe sondern mehr gemeinsame Entwicklung von Handlungskompetenz.
Tourismus
Viele Betriebe, Regionen und Destinationen setzen sich intensiv mit neuen Formen des Reisens auseinander. Nachhaltigkeitszertifizierungen, regionale Kreisläufe, Mobilitätskonzepte oder Strategien wie „Vision Salzburg 2040“ zeigen, dass ein Umdenken bereits stattfindet.
Dabei geht es zunehmend um grundlegende Fragen:
Wie wollen wir reisen?
Welche Form von Gastfreundschaft braucht Zukunft?
Und wie können bestehende Infrastrukturen, Orte und Ressourcen anders genutzt werden?
Rethink bedeutet im Tourismus deshalb oft Weg vom reinen Wachstumsgedanken, hin zu langfristiger Qualität, regionalen Kreisläufen und bewussteren Erfahrungen.