Ich kaufe nur das, was ich wirklich brauche. Ein einfacher Satz und gleichzeitig überraschend komplex. Denn was bedeutet „wirklich brauchen“?
Der Versuch
„Nice Try“ ist ein Experiment und ein Versuch, genauer hinzuschauen. In dieser Woche geht es um Konsum. Um unsere Entscheidungen, die oft beiläufig passieren und um die Frage, was davon notwendig ist und was Gewohnheit.
Transformationsebene: Ökologisch & ökonomisch
Bewusster Konsum wirkt auf mehreren Ebenen:
- ökologisch → weniger Ressourcenverbrauch, weniger Abfall
- ökonomisch → bewusster Umgang mit Geld, Wert statt Menge
SDG-Bezug
Diese Challenge steht in direktem Zusammenhang mit:
- SDG 12 Responsible Consumption and Production
- SDG 13 Climate Action
Konsum ist einer der größten Hebel im Alltag.
Ein paar Zahlen dazu
Ein großer Teil der globalen Treibhausgasemissionen hängt direkt oder indirekt mit unserem Konsum zusammen¹. Die Modeindustrie allein verursacht rund 8–10 % der weltweiten CO₂-Emissionen².
Und in Europa entstehen pro Person jährlich mehr als 500 kg Siedlungsabfall³.
Was bedeutet bewusster Konsum im Alltag?
Lebensmittel
- regional / saisonal einkaufen
- weniger wegwerfen
- Mengen bewusster wählen
Kleidung
- weniger, aber gezielter kaufen
- Qualität vor Quantität
- reparieren statt ersetzen
Digitaler Konsum
- Geräte länger nutzen
- unnötige Neuanschaffungen hinterfragen
Wohnen & Alltag
- Energieverbrauch reflektieren
- Dinge teilen statt besitzen
Mobilität & Reisen
- Wege überdenken
- Alternativen prüfen
Spontankäufe & Gewohnheiten
- „Brauche ich das wirklich?“
- oder: „Will ich das gerade einfach?“
Wohin geht mein Geld?
Ein Gedanke, der mich in dieser Woche besonders begleitet: Konsum ist nicht nur eine Entscheidung für ein Produkt. Sondern auch eine Entscheidung für ein System. Dorthin, wo ich mein Geld gebe, unterstütze ich Strukturen. Ökonomisch, ökologisch und sozial. Ich frage mich daher bewusster:
- Welche Haltung steckt hinter einem Angebot?
- Wie wird produziert, gearbeitet, gewirtschaftet?
- Und möchte ich das unterstützen?
Ich versuche deshalb, mein Geld dort zu investieren, wo ich Partner sehe, die ähnlich denken. Zum Beispiel in Unterkünften mit Umweltzertifizierung, bei Produkten mit nachvollziehbaren Labels und bei Angeboten, die transparent arbeiten. Und wenn Produkte aus Systemen kommen, die ich eigentlich nicht unterstützen mag? Dann versuche ich sie nur Second Hand zu erwerben und durch den Second life Gedanken und Reuse zu kompensieren.
Zwischen Anspruch und Realität
Bewusster Konsum klingt einfach. Ist es aber nicht. Weil Entscheidungen oft schnell passieren, Gewohnheiten stark sind und weil Alltag so seine Tücken hat. Ich versuche nicht, alles zu verändern. Sondern langsamer zu entscheiden, bewusster hinzuschauen, meine Käufe zu hinterfragen und zu beobachten: Was fällt leicht? Was nicht? Wo wird es unbequem?
Nice Try 😉 Ein offenes Experiment zum Mitmachen oder Mitlesen
Jede Woche setze ich eine kleine Challenge rund um nachhaltige Transformation im Alltag.
Ich probiere Dinge aus, beobachte, was funktioniert und was nicht. Die einzelnen Versuche teile ich auf meinen sozialen Netzwerken. Hier im Blog begleite ich sie mit mehr Raum für Einordnung, Reflexion und Erfahrung. Das Format habe ich im Rahmen meiner Ausbildung im Bereich Green Transition & ESG Management am MCI Innsbruck entwickelt. Ursprünglich gedacht für den Einsatz in Kultur- und Tourismuskontexten, lässt es sich genauso auf den eigenen Alltag übertragen.
Du kannst jederzeit einsteigen.
Fußnoten
¹ Konsumbasierte Emissionen umfassen die gesamte Lieferkette von Produkten und Dienstleistungen, von der Herstellung über Transport und Nutzung bis zur Entsorgung. Vgl. Stockholm Environment Institute (2024): Consumption-based emissions in Europe.
² Schätzungen zur Modeindustrie basieren u. a. auf Analysen von UNEP und Ellen MacArthur Foundation, die den Anteil der Branche an den globalen Emissionen auf etwa 8–10 % beziffern.
³ Daten zu Siedlungsabfällen in Europa basieren auf Eurostat-Erhebungen; je nach Jahr liegen die Werte bei über 500 kg pro Person und Jahr.